Bologneserute:

Eine Bologneserute entspricht einer teleskopierbaren Stipp- bzw. Kopfrute. Allerdings besitzt sie hochabstehende Schnurlaufringe und einen Rollenhalter für eine Stationärrolle.

Der Vorzug dieser Rute ist, dass man analog einer Stipprute angeln kann, jedoch bei schwereren und kampfstarken Fischen direkt mit der Rollenbremse auf Fluchten reagieren kann. Bei einer herkömmlichen Stipprute wird hier ein innenliegendes Gummi zur Abfederung benötigt.

Des Weiteren kann man eine bevorzugte Angeldistanz direkt und flexibel wählen. Das heißt, man kann die komplette Montage mit der Strömung weiter abtreiben lassen oder verkürzt direkt unter der Rute fischen.

Die Längen dieser Ruten liegen bei 5 bis 8 Metern.

Fliegenrute:

Als Fliegenrute oder Flugangel wird eine Angelrute bezeichnet, die zum Angeln mit der künstlichen Fliege verwendet wird. Fliegenruten weisen unter anderem eine im Vergleich zu Spinnruten eher parabolische Aktion auf, da mit ihrer Hilfe die schwere Fliegenschnur durch das "Werfen" die erwünschte Distanz zwischen Fischer und meist federleichten Fliege erreicht wird.

Klassifizierung von Fliegenruten

Fliegenruten werden in AFTMA-Klassen (American Fishing Tackle Manufacturers' Association) entsprechend der mit der jeweiligen Rute werfbaren Schnurklassen, eingeteilt. Weiter gibt es eine Einteilung in Einhand- und Zweihandruten. Letztere werden vorzugsweise zum Angeln auf große und kampfstarke Fische, wie etwa den atlantischen Lachs verwendet.

Materialien

Heutige Fliegenruten werden meist aus Kohlefaser gefertigt, gelegentlich wird auch noch Hohlglas verwendet, das allerdings schwerer und in der Aktion langsamer ist. Einige Fliegenfischer/Innen fischen mit Ruten aus gespleißtem (gespliesstem) Bambus(Bambusart Arundinaria Amabilis mit besonders vielen Fasern), diese verfügen aber über eine andere Aktion (Biegungskurve) und verlangen eine angepasste Wurftechnik. Noch heute werden gespliesste Ruten aus Bambus gebaut, die Aktionen entsprechen meist aber den heutigen Anforderungen der Fliegenfischer/Innen und sind insgesamt steifer und schneller.

Feederrute:

Eine Feederrute ist eine Angelrute welche hauptsächlich zum Feederfischen eigesetzt wird. Sie zeichnet sich aus durch Wechselspitzen in verschiedenen Stärken, bestehend aus Glas- oder Kohlefaser. Man unterscheidet Light- und Heavy- Feederruten. Erstere sind für den Einsatz in Seen bzw. im Uferbereich gedacht und besitzt ein geringes Wurfgewicht sowie eine durchgehende Aktion (Biegekurve). Zweitere eignet sich hauptsächlich für strömende Gewässer bzw. die Fischerei in grossen Distanzen. Die Aktion ist daher eher steif bzw. stabil.

Karpfenrute:

Karpfenruten (Grundruten) zum Grundangeln auf Karpfen sind meist 2-teilig und weisen eine Länge von 330 bis 390 cm auf. Höherwertige Karpfenruten werden i. d. R. aus Kohlefaser hergestellt. Die Wurfgewichte werden in englischen Pfund (lbs) angegeben. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass die aufgedruckten Gewichte nur die Testkurve wiedergeben, d. h. dort ist angegeben, welches Gewicht nötig ist, um die Rute zu einem Halbkreis zu biegen. Die Testkurven erreichen Werte von ca. 1 1/2 lbs. bis 3,5 lbs. Umrechnungstabellen zwischen Testkurve und Wurfgewicht sind in vielen Fachgeschäften einsehbar. Grundsätzlich kann man sagen, je größer die zu fangenden Fische oder je weiter der Angelplatz entfernt liegt, desto höher sollte die Testkurve gewählt werden.

 

Hochwertige, handgearbeitete Karpfenruten können Preise bis ca. 500,- ? erreichen. Dies ist jedoch von der verwendeten Kohlefaserqualität und den Rutenringen abhängig.

Matchrute:

Als Matchrute wird eine Angelrute bezeichnet, die meist aus drei Teilen besteht. Sie wird speziell für die Friedfischangelei verwendet und kommt ursprünglich aus England (Großbritannien). Sie besitzt häufig eine Spitzenaktion, biegt sich also nur im oberen Drittel, und ist mit einer Vielzahl hochbeiniger Ringe ausgestattet. Die üblichen Längen liegen zwischen 3,60 m bis 4,20 m. Dadurch, dass Matchruten im Vergleich zu Allroundruten sehr viele Ringe besitzen, ist es möglich mit verhältnismäßig dünne Schnüre zu verwenden. Die im Normalfall durch den Fisch auf die Sehne ausgeübte Kraft wird bei einer Matchrute auf die vielen kleinen Ringe verteilt. Diese drei Eigenschaften, relativ große länge, Spitzenaktion und dichte Beringung mit kleinen Ringen machen eine Matchrute aus und für Wettkämpfe, in denen es darum geht in kurzer Zeit viele kleine Fische zu fangen, so beliebt.

Pilkrute:

Die Pilkrute ist eine kräftige, meist kurze Rute, die für den Fischfang von einem Boot oder Kutter aus genutzt wird.

Beim Pilkfischen wird ein Paternoster oder ein so genannter Pilker (eine Art schwerer Blinker) senkrecht ins Wasser - je nach Zielfisch bis zum Gewässergrund - herunter gelassen. Wenn der Fisch gehakt ist wird er durch Heben der Pilkrute und anschließendes Einkurbeln der Schnur zur Oberfläche befördert. Bei diesem Einholen und Landen des Fisches ist die Rute mitunter starker Belastung ausgesetzt und muss daher ein steifes Rückgrat besitzen. Es ist ratsam - besonders bei der Landung größerer Fische - ein Gaff zur Hilfe zu nehmen.

Spinnrute:

Die Spinnrute ist eine besondere Bauart der Angelrute. Von dem, was die Hersteller als Spinnrute deklarieren, gibt es unendlich viele Variationen bezüglich Länge, Wurfgewicht, Beringung, Einsatzbereich und Material. Das empfohlene Wurfgewicht einer Spinnrute geht bei der Süßwasserfischerei von zwei Gramm bis weit über 100 Gramm. Die Länge beträgt in der Regel 1,6 m bis 3,3 m. Spinnruten für die Multirolle haben eine engere Beringung und einen Triggergriff.

Eine Spinnrute und deren Eigenschaften sollte immer nach dem Zielfisch und dem Gewicht und der Größe des Köders ausgewählt werden. Die wichtigste Eigenschaft, die eine Spinnrute mitbringen muss, ist es, einen bestmöglichen Kontakt zu dem Köder zu gewährleisten.

Da für gewöhnlich der Spinnköder immer wieder ausgeworfen und eingeholt wird, ist es wichtig, auf eine qualitativ gute Beringung zu achten, da sonst schnell Verschleißerscheinungen auftreten können. Außerdem sollte die Rute möglichst leicht und gut ausbalanciert sein, weil sie während des Angelns ständig in der Hand gehalten wird.

Stipprute:

Die Stipprute ist eine Angelrute, die für gewöhnlich zum Friedfischen verwendet wird. Eine Ausnahme stellt das Tippangeln dar, bei dem eine Kunstfliege an der Stipprute angeboten wird.

Sie ist bis zu 14 Metern lang und hat als besonderes Kennzeichen, dass sie keine Schnurlaufringe besitzt. Die Schnur selbst wird mit einem kleinen Aufsatz an oder in der Spitze der Stipprute befestigt und ist gewöhnlich genau so lang wie die Rute. Meistens benutzt man die Stipprute im Zusammenhang mit einer Pose bzw. einem Schwimmer.

Winkelpicker:

Der Winkelpicker ist eine Sonderform der Angel, eine Art Feederute (Friedfischrute, deren Ursprung in England liegt). Sie wird zumeist als die "kleine Schwester" der Feederute bezeichnet. Das Besondere an dieser Angelmethode mit Winkelpicker ist, dass die Rute nicht vertikal zum Wasser aufgestellt wird, sondern eine waagerechte Position zum Gewässer einnimmt.

Die Angelrute ist zwischen zwei und drei Meter lang, sehr leicht und dünn. Das Material ist oft Carbon. Der Winkelpicker verfügt über eine spezielle Spitze, die aufgeschraubt wird. Diese Spitze ist noch flexibler als der Rest der Rute und meist neongelb oder orange, damit die Fischbisse angezeigt werden können. Man angelt ohne Schwimmer (Pose), und die Schnur wird mit Hilfe der Angelrolle ein wenig auf Spannung gestellt. Man benutzt ein Grundblei, und der Köder liegt auf dem Gewässergrund. Bei der geringsten Köderbewegung durch einen Fisch wird dieses an der Winkelpickerspitze angezeigt. Der Winkelpicker ist nicht zu verwechseln mit der Schwingspitze, die auf jede beliebige Angelrute aufgeschraubt werden kann.